Suche
  • Hilda Steinkamp

Sommerwetter zur "Winterzeit" in der SchlossGalerie Haape

Aktualisiert: 1. Dez.

Vernissage mit Oda Schielicke und Adelheid Fuss und ihren figürlichen Arbeiten in Acryl und Bronze

Galeristin Melanie Haape und Johannes Haape begrüßen die "Winterzeit"-Künstlerinnen Oda Schielicke (li) und Adelheid Fuss

Es ist der 12. Tag im November 2022 - und kein Zeichen von Schwäche zum Auftakt der "Winterzeit" in der SchlossGalerie Haape in Caputh: weder am strahlend blauen Herbsthimmel noch im laubbunten Galerie-Garten noch in den lichten Ausstellungsräumen,



wo mit museumskundigem Einsatz von


Künstlerfreundin Sabine Braun mit eigenem Atelier in Geltow und ihren gekonnten Catering-Gängen mit Fingerfood aus Melanie Haapes afrikanischer Ethno-Küche



sowie flinker Tages-Unterstützung von Olivia

zwischen den Exponaten der Dauerausstellung mit Werken von


Melanie Haape (Malerei) und Chris Hinze (Skulptur)

Thomas Freundner (Aquarell-Tagesskizzen) und Christine Lamberth (Kohlezeichnungen von gefährdeten afrikanischen Jungtieren)


komfortabler Raum geschaffen wurde für die Eröffnung der aktuellen Sonderausstellung "Winterzeit" zur musikalischen Begleitung durch den griechischen Pianisten Dmitri Karaman mit europaweiter Konzerterfahrung und internationaler Auszeichnung:


"Im Mittelpunkt meiner Arbeit steht der Mensch"
Adelheid Fuss

macht Skulpturen. Kleine, feine. Handgroße. Aus Bronze. Sitzende, Hängende, Gebeugte, Gestreckte, Stehende, Taumelnde kreiert die Künstlerin mit rumänischen Wurzeln in ihrem Potsdamer Atelier und versammelt sie in der SchlossGalerie Haape.


Die meisten ihrer Skulpturen sind kopflos, oft zwei Körper zu einer Gestalt verschmolzen - weit mehr als eine technische Leistung ihrer Gießerei. Ihr höchsteigenes künstlerisches Konzept.


Die Bildhauerin veranschaulicht den Galeriebesuchern ihre Grundidee: "Alle Arbeiten, die ich heute hier ausstelle, können in verschiedenen Positionen stehen. Je nachdem, wie ich sie hinstelle oder Sie sie hinstellen, haben die Figuren auch eine andere Aussage."


"So zum Beispiel würde ich sagen: Die kullern über eine Wiese, freuen sich ihres Lebens, taumeln vor Glück."



"Während, wenn ich die Figuren anders herum aufstelle, sind das für mich zwei Personen, die miteinander ringen oder vielleicht miteinander verschmelzen."

"Schauen Sie genau hin", ermuntert uns die Künstlerin. "Die Figuren auf den Sockeln, die können Sie gern anfassen und anders herum aufstellen. Und finden Sie Ihre eigene Interpretation."


Das machen wir und erleben Kunst zum Anfassen, erfassen Bedeutung. Und kommen der Gedankenwelt der Künstlerin näher:

"Ich sehe ihn [den Menschen] als Wesen, das keinen festen Ort in der Welt hat, sondern seinen Platz immer neu finden muss. Seine Suche nach Beständigkeit muss scheitern, da weder Instinkte noch Vorstellungen von stabilen Gesellschaftssystemen sein Handeln in feste Bahnen lenken können. Ordnung und Wandel bestimmen sein Leben" (http://www.adelheid-fuss.de/).

Hier geht's virtuell zu einem Galeriegang entlang der handlichen Kunstwerke von Adelheid Fuss, per Klick über den Pfeil am rechten Bildrand:



"Meine Bilder kommen aus meiner Seele"
Oda Schielicke

malt. In Acryl und Mischtechnik. Auf kleinen und großen Leinwandflächen. In ihrem Atelier in Werder hat die gebürtige Potsdamerin und langjährige Caputherin "alle Bilder in der Ausstellung heute in diesem Jahr hergestellt - Wahnsinn", bewundert Johannes Haape ihre Kraft und Kreativität beim Kunstschaffen.


"In meiner Arbeit beschäftige ich mich zusehends mit dem Figürlichen", verkündet die Malerin und setzt damit einen neuen Akzent in ihrer bekannten künstlerischen Wandelbarkeit. Nach ihrem "Zyklus aus 2020 zum Thema 'Traumwelten'", in dem sie "Menschen, Wesen, Pflanzen in extremen Situationen" zeigte, und nach ihrer 2021er-Schaffensperiode mit surrealen Fluchtwelten, die auch im KUNST-GESCHOSS Werder Einzug hielten, stehen nunmehr Figuren in ihrem künstlerischen Fokus, schon auf der diesjährigen KunstTour in Caputh: Akte mit Frauen in besinnlichen Posen und bezeichnenden Titeln wie "Die Melancholie" oder "Die Seelenreise", eigentümlich aufregende Stillleben und Reflexionen gegenwärtiger Migrationsprozesse wie sie im Titel "Kulturen" anklingen.

Und der Fisch. Ein Dorsch, den Oda am Strand gefunden hat. Verendet. Das Ende des Kreatürlichen wird in ihrer Kunst aufgehoben. Ästhetisierung des Kadavers.


"Das Bild trägt den Titel 'Nähe'", kommentiert Oda. "Nähe auch im Tod." "Wie, der zweite Fisch auch tot? Massensterben? Meeresverschmutzung?!" Spontane Fragenkette. "Frag ihn doch!", gibt die Künstlerin ebenso spontan und lachend zurück. Und die Deutungshoheit damit zurück an den Betrachter.

Künstlerinnen-Gespräch Oda Schielicke mit Doris Schmidt aus Berlin: https://dorisschmidtkunst.de/

Dennoch: Odas Verbundenheit mit der Erd- und Wasserlandschaft um Caputh bleibt weiter ihr meisterhaft umgesetztes Sujet. Niemand geht etwa blicklos vorbei an ihrer Hommage an das Caputher Wahrzeichen, die Seilfähre:

Der Pfeil im rechten Bildrand führt Sie durch den Facettenreichtum in Oda Schielickes Ausstellungsgemälden:


"Was für ein Glücksfall - dieser Tag, die Kunst, die Besucher, die Gespräche, diese Galerie!"

So klingt es einhellig durch Garten und Räume der SchlossGalerie Haape.


"Das ist Schwielowsee, wir haben so tolle Menschen!"

Bürgermeisterin Kerstin Hoppe:

"Ich hab gar nicht überlegt - egal, was ist, ich musste heute hierher!"


"Mit Oda Schielicke zum Beispiel verbindet mich nicht nur, dass wir am selben Tag Geburtstag haben. Sie hat mich auch von Anfang an begleitet, bis heute in mein 20. Bürgermeisterjahr. Sie war immer da, wenn was war. Dafür mein ganz herzlicher öffentlicher Dank!"


"Thomas Freundner kenne ich jetzt schon viele Jahre - seine Tagesskizzen, letztes Jahr 365 an der Zahl. Unglaublich!"


"Und Frau Fuss habe ich heute erst kennengelernt. Was Sie uns gezeigt haben, ist wieder was ganz Neues und Schönes. Ich nehme gleich mal eine Figur in die Hand. Ja, das mach ich."


"Ich freue mich so doll, dass wir uns heute hier wiedersehen und dass wir hier in Caputh und in Schwielowsee so viele interessante Persönlichkeiten haben!"


Und so sehen die "interessanten Persönlichkeiten" in wechselnden Begegnungen in Garten und Galerie der Familie Haape aus - per Klick geht's hinein in die Kunstszenerie:


*****

Die Ausstellung "Winterzeit" ist bis auf Weiteres geöffnet

donnerstags, samstags und sonntags

von 12 bis 18 Uhr.

Krughof 38, 14548 Schwielowsee, OT Caputh

www.schlossgalerie-haape.de

info@schlossgalerie-haape.de




181 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen