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  • Hilda Steinkamp

Munteres Maifest auf der Streuobstwiese in Caputh

Aktualisiert: 5. Mai

"Tag der Offenen Tür" mit Ameisen, Käfern und Wiesenfreunden

Woran denken Sie am 1. Mai?

An Feiertag mit Maibaum, Frühlingsgefühlen und musikbegleiteten Umzügen in Städten und Gemeinden? In Deutschland, Europa und Nordamerika an den Tag der Arbeiterbewegung als politischen Kampftag, in den USA und Australien an Moving Day, den Umzugstag mit Wechsel von Beruf oder Wohnort? An den Wonnemonat, den Sie gerade als Paar im Hochgefühl er- oder beleben (wollen) oder lange schon final für sich verabschiedet haben? Und in Berlin 2022 ernüchtert an Demonstrationen mit Raufereien und abgefackelte Autos?


Ein eigenes Maifest im Ortsteil Caputh

in der Gemeinde Schwielowsee wird am 1. Mai 2022 aus der Taufe gehoben: eine Verbindung zwischen Arbeit und Frühlingsfeierlaune - vielleicht ein neues kommunales Brauchtum?


Die botanische Frühlingsarbeit auf der Streuobstwiese ist getan, seit Anfang April ruhen Spaten, Baumsäge, Astschere und freiwillige Helferhände. Zum Schnuppern, Plaudern und Feiern hatten eingeladen die Initiatoren des Projekts Streuobstwiese, Kathrin Freundner, Andreas Bergner und Thomas Dollorosa - Ortsvorsteherin Caputh und Vertreter der Ortsverbände.


Ordentliches hat sich getan

seit meinem ersten Besuch auf der Wiese im Dezember 2021:

Dezember 2021

Mai 2022

Weitere untermäßige Bäume (solche mit einem geringen Stammumfang) wurden geschlagen. Das schafft Licht, Luft und Bodennahrung für vorhandene wie neu zu pflanzende Obstbäume.


Spätherbst 2021

Die im Spätherbst 2021 geschlagenen Birkenstämme wurden weggeräumt, gestapelt oder ebenso einfallsreich wie nachhaltig einer neuen Nutzung zugeführt: als zwanglose Natursitzbänke rund um eine gesicherte Feuerstelle mit Kugelgrill. Das verspricht Erholung nach der Wiesenarbeit und fördert das Gemeinschaftsgefühl.






Im umliegenden Totholz haben rote Waldameisen Unterschlupf gefunden und räumen geschäftig unter Schädlingen auf. Dicht neben ihren Pfaden ist ein Rosenkäfer auf Exkursion, allerdings mit respektvollem Abstand zu den sauglustigen Waldpflegern. Ein junger Wiesen- und Artenfreund trägt den streunenden Käfer handverlesen in sicheres Terrain.

Die Aufpflanzung auf den gerodeten Wiesenflächen wurde mit einem ersten Apfelbaum symbolisch begonnen, lehrgangsmäßig beschriftet und die Baumscheibe mit gespendetem Gartenschnitt versorgt. Pflanzfortsetzung folgt in der Herbstsaison ab Oktober 2022.


Schon jetzt wartet in einer sandigen Mulde das Erdreich auf den Samen für eine Blühwiese und das Insektenvolk auf ertragreiche Wildblumen. Allerdings ist Geduld angesagt - mit Rendite in naher Zukunft: "Eine frisch gesäte Fläche benötigt mindestens zwei Jahre, bis sie ihre volle Pflanzenvielfalt entwickelt hat. Danach ist sie für viele Jahre eine Augenweide mit einem hohen ökologischen Nutzen" (Die Vielfalt macht's. Tipps für insektenfreundliches Gärtnern).


Angedacht ist auch eine Pflanzenbörse: Tauschhandel mit botanischen Produkten aus den heimischen Gärten der Freunde der Streuobstwiese. Am 1. Mai 2022 macht eine Kiste mit der artenreichen Tomate den Anfang.










Wie geht's weiter mit dem Caputher Projekt "Streuobstwiese"?

Willkommen für den Herbst sind Baumspenden wie auch Reisige von alten Obstsorten für die Aufzucht neuer Bäume. Der Dauerbedarf umfasst weitere Sach- und Geldspenden und vor allem fleißige Hände für die Gartenarbeit und Grundstückspflege. Wer kommt und freiwillig bleibt, dem winken als Lohn eine blühende Wiesenlandschaft, eine reiche Obsternte, eine geschützte Artenvielfalt an Vögeln, Eidechsen und kleinen Kriechtieren und on top ein geselliger Zusammenhalt unter den Freunden der Streuobstwiese.


Der 1. Mai 2022 mit Schnupper-Rundgang und Kaffee-und-Kuchen-Büffet an Sekt und Selters gibt davon einen genüsslichen Vorgeschmack.



To do's für die Wiese 2022

Das Dringlichste steht auf dem Info-Flyer, der am 1. Mai 2022 die Runde macht:

Vom Info-Flyer 2022 zur Streuobstwiese

Ebenso dringlich: Die Webseite des zukünftigen Vereins Freunde der Streuobstwiese e. V. pflegen - dazu hätte ich als Bloggerin vom Schwielowsee botanisches Interesse und ungebremste Schreiblust.


Kathrin Freundner mit dem Prospekt des MLUK (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz) BRB - Andreas Bergner mit dem Info-Flyer zur Streuobstwiese

Ansprechpartner:innen für alle ökologisch und gesellig Interessierte

sind die Initiatoren des Projekts:

Kathrin Freundner: k.freundner@icloud.com

Dr. Andreas Bergner: wasser_berg@web.de

Thomas Dallorso: thomas@vb-dallorso.de



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