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  • AutorenbildHilda Steinkamp

"Von jedem Land nehme ich was mit - für meine Kunst"

Aktualisiert: 20. Jan.

Violeta Vollmers Lebensreise in der SchlossGalerie Haape in Caputh


Sonderausstellung "Wandel" mit Violeta Vollmer in der SchlossGalerie Haape in Caputh
Herumgekommen um den halben Erdkreis

ist Violeta Vollmer schon und hat von Land und Leuten Inspirationen mitgenommen:

  • Geboren 1966 in Litauen in der damaligen UdSSR, mit früher Freude an Kunst und Unkonventionellem,

  • künstlerisch ausgebildet in Estlands Hauptstadt Tallinn, in der Umbruchzeit von Michail Gorbatschows Perestroika,

  • weggezogen 1994 aus dem inzwischen souveränen Staat Litauen mit dessen angesagter Westorientierung als kreative Botschafterin auf dem Weg nach Deutschland,

Violeta und Wilfried Vollmer auf der KunstTour Caputh 2023
  • verliebt in Hamburg und hanseatisch wie privat im (Ehe-)Hafen gelandet, ab dann bürgerlich mit Doppelnamen unterwegs: Violeta Vollmer-Dundulyte, künstlerisch unter ihrem Markenzeichen VIVO,

  • weit weggeflogen mit Mann und Kind, "heute hier - morgen dort" wie die Zugvögel in ihren Gemälden, und neue, mehrjährige Rastplätze gefunden in Buenos Aires, Argentinien und Windhoek, Namibia,

  • zurückgefunden nach Hamburg und seit 2014 eingenistet in Königs Wusterhausen in Brandenburg, unweit der Hauptstadt Berlin,

  • mit Auszeichnungen gekrönt, auf Ausstellungen gepriesen - regional, national und international

  • und nun zu Gast in der SchlossGalerie Haape, für zwei Monate: 22.04. - 25.06.2023.


Johannes Haape, Violeta Vollmer, Melanie Haape

Galeristin Melanie Haape hat Violeta Vollmer in die SchlossGalerie gelockt, ähnlich wie einst Albert Einstein vor knapp hundert Jahren seinen Sohn in seine Sommerresidenz in die Havel-Idylle nach Caputh einlud:

"Komm nach Caputh, pfeif auf die Welt!"


Mitgenommen aus Argentinien

hat Violeta Vollmer Halbedelsteine - Malachit, Türkis, Ammonit, Jaspis und andere Edle - und sie mit Silber zu mächtigem Unikat-Schmuck verarbeitet. "Schmuck macht aus einer Frau eine andere Figur" - das ist ihre gestalterische Absicht. In handgefertigten schwarzen Lederkästchen zur Schau gestellt, glänzen Schmuckstücke und Hülle um die Wette:



Foto: https://www.kw-im-internet.de/Artikel/Kuenstlerin-Violeta-Vollmer-Dundulyte/1082

In gewichtigen Halsreifen, die sich schmuckvoll und wehrhaft um die Hälse afrikanischer Frauenskulpturen legen, lässt die Objektkünstlerin ihre Anregungen aus zwei Kontinenten zusammenfließen:



Mitgenommen aus Südafrika

hat Violeta Vollmer auch ein Gespür für das ausschnitthaft Schöne in der Schöpfung. Mit dem Bleistift fährt sie der Natur entlang: Blättern und Blüten von Wüstenpflanzen, Bäumen und gefiederten Bewohnern von Land und Lüften:


Bildliche Genauigkeit liefert Violeta Vollmer als Fotografin, bildet aber auch in diesem Metier nicht dokumentarisch ab, sondern fängt den besonderen Moment im afrikanischen Tier- und Landschaftsporträt ein - leider nicht in der Ausstellung zu bestaunen, aber auf ihrer Webseite: https://vivoart-design.de


Violeta Vollmer fühlt sich Melanie Haape verbunden, künstlerisch wie lebensgeschichtlich. Die Galeristin, gebürtig und aufgewachsen im südlichen Afrika, lässt sich von Licht und Landschaft des Kontinents inspirieren, wie hier in ihren neuen 2022/23er-Gemälden:


Mitgenommen aus Brandenburg

hat Violeta Vollmer, selbst Migrantin auf ihrer Lebensbahn, die Faszination für Zugvögel. In den Weiten ihrer derzeitigen Wahlheimat Brandenburg bevölkern Reiher und Kraniche besonders im Herbst den Luftraum. Einen ganzen Zyklus hat die Malerin den luftigen Künstlern gewidmet: "Am Himmel über Brandenburg - heute hier, morgen dort". In zwei großformatigen Ölgemälden breiten Kraniche und Silberreiher ihre Schwingen über die Galeriewände aus. Aus ihren stummen Schnäbeln glaubt man die trompetenartigen Rufe der Kranichformation und die krächzenden Stimmen der Reiher zu hören:



Galeristin und Künstlerin fühlen sich hier in bester Gesellschaft. Das angeregte Geschnatter ihrer Besucher füllt ersatzweise den Luftraum in der Galerie:



Aus der weitläufigen Fluss- und Seenlandschaft Brandenburgs leuchten in Öl auf der Leinwand Seerosen und Schilfröhricht - begehrte Brutplätze des Reihers:


Aufgenommen in den Caputher Frühling

wird Violeta Vollmer

  • auf der Vernissage an einem der ersten warmen Sonnentage im sonst so schmuddeligen April 2023 mit seinen hartnäckigen Winterausläufern:



  • mit den herzlichen Grußworten der Gastgeber Melanie und Johannes Haape:





  • mit dem schmackhaften Cateringangebot der Galerie, offeriert von Sabine Braun vom Atelier Pinselinsel in Geltow und Schülerin Olivia, nicht zuletzt auch mit Pralinen von Violeta Vollmers multitalentierter Hand:


  • und mit dem Gewirr der angeregten Stimmen, die durch die Lüfte schwirren:

"Allein auf einer Vernissage"

reflektiert Violeta Vollmer vor einer ihrer Skulpturen namens "Selbstreflexion", die sie alltagstauglich kurz vor dem Fototermin zu einem Schminkspiegel umwidmet:


"Das habe ich nicht erwartet. Denn ich weiß, wie viel Kraft das kostet und wie viel Zeit das nimmt." Und meint damit die konzertierte Aktion von Galeristin und Künstlerin gleichermaßen. Einige ihrer Ausstellungsstücke sind in den knappen Wochen seit der Einladung zur Vernissage entstanden. Herausforderungen beflügeln! Kein Wunder, dass die Künstlerin selbst als gefiederte Figur in einem ihrer Fotoprojekte die Hauptrolle spielt:


"Angel Project" - Foto: https://vivoart-design.de/photography/

Arbeit, ja. Unbestritten. Aber keine Sisyphus-Arbeit, die vergebliche Plackerei des Menschen, wie sie aus der griechischen Mythologie überliefert und in einer anderen Kleinskulptur der Künstlerin Gestalt angenommen hat:


Oder doch? Aber im konstruktiven Sinne?! Freimütig gesteht Violeta Vollmer, dass sie "immer wieder von vorn anfangen musste, immer wieder vergessen musste", was sie gelernt hatte, wenn sie auf der Migration ihres künstlerischen Lebens in neue Erfahrungsbereiche vordrang. Qualitätssprünge - also doch! Wer die Ausstellung von Violeta Vollmer in der SchlossGalerie Haape in Caputh besucht, der kann das Narrativ ihrer mäandernden Lebensreise in den Exponaten im Galerieraum entdecken.


"Wandel" -
welch treffender Titel für diese Ausstellung.
Und das Leben dieser Künstlerin.

*****



Die Ausstellung ist bis zum 25.06.2023 zu sehen. Do / Sa / So, 11 - 18 Uhr. Eintritt frei.




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