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  • Hilda Steinkamp

Die Caputher Kunstszene blüht auf am Ende des Sommers 2022 - Tag 2

Aktualisiert: 3. Sept.

Ein Sonntag auf KunstTour mit Live-Musik und Mitmachaktionen

Mitmachaktion bei Christine Lindemann: Diana aus Potsdam freut sich über ihr Wachsgemälde - Foto: Anett Müller

Tag 2 am ersten Wochenende der KunstTour fängt gut an: Wolken lichten sich, die Sonne verwöhnt am 28. August 2022, ideale Bedingungen für einen Kunstgenuss open air.


(7) ATELIER FARBGESTALTUNG Krughof 18

Christine Lindemann - Malerei

Königswetter für Malerin und Kunsterzieherin Christine Lindemann und ihr motivierendes Mitmach-Projekt im Freien: Wachsbilder malen! Enkaustik-Gemälde herstellen!

Enkaustik kommt aus dem Altgriechischen und heißt 'eingebrannt'. Eine heiße Sache also!

Lockt das die Mitmach-Akteure?


"Viele sind neugierig, trauen sich erst nicht, aber dann sind sie begeistert über ihr Wachsbild!"

Und wie geht das? Mit diesem Handwerkszeug:



  • Ein Maleisen, speziell hergestellt, keineswegs ein handelsübliches Haushaltsbügeleisen. Mit Malplatte, Kante und Spitze lassen sich spezielle Effekte erzielen.

  • Enkaustik-Farbstifte, Wachsfarben mit besten Fließeigenschaften, die auf die Malplatte aufgetragen werden.

Wie genau und mit welchen Tipps von der Malerin und in welcher Zeit das Malen mit heißem Eisen und Wachsfarben funktioniert - das können Besucher am 2. Wochenende auf der KunstTour selbst erproben! Auch Kinder sind herzlich willkommen, wie schon im letzten Jahr:

Christine Lindemann und ihre Tochter Anett Müller ergänzen sich als Künstlerinnen-Duo: Muttter malt, Tochter schreibt kreative Texte zu vielen der Bilder. Besucher erwartet ein doppeltes Kunsterlebnis. Genießen Sie mit, indem Sie dem Pfeil > rechts folgen:

(11) ATELIER & GALERIE SCHMIDT Straße der Einheit 9

Ralf Wilhelm Schmidt - Fotorealistische Bleistiftzeichnungen

Mit feinen Bleistiftstrichen und feinem Gespür für fotorealistische Details motiviert Ralf Wilhelm Schmidt seine Besucher, es ihm gleich zu tun. Keine Monumentalzeichnungen sind das Ziel in seinem einstündigen Workshop. Solche schmücken eindrucksvoll als Tierporträts das Atelier. Der Betrachter kann kaum ihrem fesselnden Augen-Blick entgehen, selbst nicht im Entwurf:

Für seine Zeichenschüler wählt Ralf Wilhelm Schmidt das Auge des Menschen als Motiv aus und demonstriert, wie's geht:

Und es gelingt. Diplom-Biologin Stefanie aus Teltow motiviert ein doppeltes Interesse am Menschen und am realistischen Zeichnen. "Der Crash-Kurs von einer Stunde hat mir nicht gereicht", gibt sie gelassen zu. Gestalten braucht Zeit und Geduld und eine geschickte Hand.

Wer sein Zeichentalent entdecken will, kann dies in Gratis-Online-Zeichenkursen des Künstlers tun.

(12) ATELIER PRO ARTE Weinbergstraße 20

Siegrid Müller-Holtz, Malerei, Materialcollage, Buchobjekte

Siegfried Gwosdz - Holzschnitte

Zur Druckaktion an der Handpresse wird es im Atelier von Siegrid Müller-Holtz (re im Bild) am 2. Wochenende der KunstTour kommen. Grafik-Designer Siegfried Gwosdz (im Bild mit Partnerin Sabine Braun) wird Besucher ermuntern, mit vorbereiteten Holzschnitten und eigener Farbwahl Motive aus der Region zu drucken - und nach Hause zu tragen.


Heute haben es den Besuchern die Druckunikate des Grafikers angetan. Danny aus Potsdam und seine Partnerin erwerben sie gleich im Doppelpack.







Die Buchskulpturen von Siegrid Müller-Holtz sind einzigartig in ihrer Idee und Gestaltung. Alte Bücher aus dem Antiquariat, aus der eigenen Hausbibliothek, auch Poesiealben aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert verwandeln sich in ihren Händen zu Kunstobjekten. Neuere Buchexemplare finden sich originell verfremdend in einer historischen Materialsammlung wieder:


(14) ALTE AUTOWÄSCHEREI Schwielowseestraße 22 A

Silke Heydrich - Malerei

Die ehemalige Autowerkstatt ihres Vaters wirkt wie ein Industriedenkmal aus DDR-Zeiten und dient Silke Heydrich als Ausstellungsraum für ihre Gemälde.

Ihre Malstile, Medien, Materialien und Motive füllen ein breites Spektrum und die Innenräume wie Hofpassage ihres weitläufigen Gartengrundstücks - dies selbst ein Naturkunstwerk, das die Malerin im Sommer pflegt, während sie die Wintermonate kreativ an ihrer Staffel verbringt. Touren Sie mit per Klick > durch diese Kunst-Station:

(10) TARUK-Haus Friedrich-Ebert-Straße 18

Sabine Breithor - Keramik-Skulpturen für drinnen und draußen

"Die eigentliche Faszination sind meine Unikate."

Sabine Breithor hat ihre Werkstattgalerie auf einem sanierten märkischen Hof in Langerwisch gegen die nicht minder wohlgestalteten Kellergewölbe des TARUK-Hauses in Caputh getauscht. Der Formenreichtum ihrer Tonobjekte steht hier für die Dauer der KunstTour im Spotlight der Lichtkegel an den Wänden - und der Aufmerksamkeit der Besucher.


Keine ihrer Vasen, Schalen oder Dosen wird auf der Töpferscheide gedreht, alles wird von Hand geformt, eine serielle Produktion liegt der Keramikkünstlerin fern. Unikatkeramik - das ist ihr Markenzeichen. Seit mehr als 20 Jahren ihrer künstlerischen Selbstständigkeit.


Spüren Sie einen Hauch der Faszination, die von den Plastiken und Gefäßen aus Sabine Breithors Keramikwerkstatt ausgeht. Ein Klick auf den Pfeil > rechts öffnet die Foto-Galerie:


(08) OFFENER HOF SUSANNE HOFFMANN Weberstraße 21

Bodo Henke - Grafiken, Skulpturen

Der Hof seiner Tochter Susanne Hoffmann als Galerie, die Werkräume als Ausstellungskulisse - Bodo Henke lebt sein Talent ("das muss ich wohl haben", zwinkert er mir zu) weiter aus, lange nach seiner Pensionierung als Kunstlehrer.


Regale, Tische, Nischen sind angefüllt mit Holzskulpturen. 3-4 Arbeitsstunden täglich - das halte seinen Geist mit 85 Jahren wach. Und seine Hände agil.

"Sich von der Muse küssen zu lassen - das reicht nicht aus. Man muss auch arbeiten!"

Laubhölzer, Obsthölzer, Buche, Eiche, Pappel - alle Naturmaterialien verwandeln ich in seinen geübten Händen in plastisch anschauliche Variationen des uralten Menschheitsmotivs - Adam und Eva, Mann und Frau. Die Frau sei in ihrer Rolle als gleichberechtigte Partnerin des Mannes nicht angemessen gewürdigt worden, auch heute noch nicht. Ja, die biblische Zweitplatzierung - Schöpfung aus Adams Rippe - haftet ihr oft immer noch an. Davon ist Bodo Henke fest überzeugt. Gegen dieses Klischee schnitzt er an.

Zum Abschied unserer Plauderei darf ich mir ein Schnitzwerk aussuchen. Ich nehme eine handgroße Holzmedaille mit zwei Seiten: Mann und Frau und Frau allein. Das spricht mich an. Ein Kleinod in meinem Regal fortan.


Gehen Sie auf Tour durch Hof und Atelier (per Pfeilklick > rechts) und begegnen Sie Bodos gleichberechtigten Holzpaaren:


(15) ATELIER ANKE DEBERTSHÄUSER Spitzbubenweg 44

Anke Debertshäuser - Grafik

Martin K. Ludwig - Gitarre, Gesang

Am südlichen Ausläufer von Caputh laufen Naturgärten den menschlichen Steinbehausungen den Rang ab. Auf solch einem wild-gepflegtem tiefen Gartengrundstück steht Anke Debertshäusers Atelier. Tiere sind dort beheimatet, heimische und solche von anderen Erdteilen, wie in einem paradiesischen Urzustand.



Ausschnitthaft in Porträts, den Blick eindringlich-freundlich, manchmal flehend auf den Menschen gerichtet, appellieren diese Tiere an das Schöpfungsbewusstsein des Menschen, an das wünschenswerte EinsSein von Mensch und Tier im kosmischen Zusammenhang, so das Motto der bekennenden Tierschützerin.


Die Grafikerin belebt mit ihrem fröhlichen Naturell und ihrer Empathie für ihre porträtierten Tiere den Atelierraum, sorgt mit einer sommerlich reichen Kuchentafel für ein längeres Verweilen ihrer großen Gästeschar im Atelier und weitläufigen Garten.

"All You Need Is Love"

Die Liebe zur Tierwelt, die Ankes Grafiken im Atelierraum verbreiten, findet draußen im Garten ihren musikalischen Widerhall. Auf Stühlen und Bänken, im Gras und am Zaun lauschen die Gäste Martin K. Ludwigs Gesang an der Gitarre und seinen kreativen Übertragungen englischer Songtexte der 1960er- und 1970er-Jahre ins zeitgemäße Deutsche. Die Beatles sind ihm künstlerisch heilig, die singt er in der Originalsprache.


Mit dem Lied von Eric Bogles "Es ist an der Zeit" trifft der Sänger die sommerwindleichte Stimmung im Atelier-Garten, aber auch den Nerv der Zeit. Ursprünglich 1976 auf einer Tournee durch Frankreich und nach einem Besuch auf dem Soldatenfriedhof in Verdun geschrieben, wurde der Song in der deutschen Version zur Hymne der Friedensbewegung, etwa 2003 auf der Berlin-Demonstration gegen den Irak-Krieg.

Weit in der Champagne im Mittsommergrün,

Dort wo zwischen Grabkreuzen Mohnblumen blühen.

Da flüstern die Gräser und wiegen sich leicht

Im Wind, der sanft über das Gräberfeld streicht.

Auf deinem Kreuz finde ich, toter Soldat,

Deinen Namen, nicht nur Ziffern

und jemand hat

Die Zahl 1900 und 16 gemalt

und du warst nicht einmal 19 Jahre alt.

Ja, auch dich haben sie schon genauso belogen, so wie sie es mit uns heute immer noch tun.


Der Liedtext mit Martin Ludwigs selbstkritische Einschätzung in der gegenwärtigen politischen Lage: "Statt wachsam zu sein fallen wir auf Lügen herein", lässt die Heiterkeit im Publikum schwinden - für ein paar nachdenkliche Minuten. Sie kehrt zurück mit der optimistischen Liebesbotschaft der Beatles:

There is nothing you can do that can't be done ...

No one you can save that can't be saved ...

All you need is love ...


Es gibt nichts, was du tun kannst, was nicht getan werden kann ...


Niemanden, den du retten kannst, der nicht gerettet werden kann ...


Alles, was du brauchst, ist Liebe ...









Mein 1. Wochenende auf der Caputher KunstTour
geht mit diesen Highlights zu Ende.
Es ist viel dran an dem, was das Kulturforum Schwielowsee e. V. verheißt:
Kunst ERLEBEN, Kunst ANSCHAUEN,
Kunst DISKUTIEREN,
Kunst KAUFEN.

Am kommenden Wochenende
können Sie sich selbst davon überzeugen.
Die KunstTour durch Caputh
geht in die 2. Runde:
am Sa + So, 3. + 4. September 2022,
von 12 - 18 Uhr.

Zum Flyer-Download geht's hier:
https://www.kunsttour-caputh.de/wp/wp-content/uploads/2022/07/flyer_kunsttour_2022.pdf

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